Latexmatratzen
Qualität von Latexmatratzen

Zunehmend häufig wird für Matratzen mit nichtmechanischer Federung Latex als Material für den Matratzenkern eingesetzt. Neben Matratzen, die nur einen Latexkern beinhalten, sind auch Mischformen mit Schichten aus Latex und Schäumen erhältlich (sogenannte Schichtlatexmatratzen).

Im Zusammenhang mit Boxspringbetten kommt Latex in erster Linie in Matratzenauflagen (Topper) vor.

Maßgeblich für die Qualität einer Latexmatratze ist der verwendete Rohstoff sowie dessen Verarbeitung. Zur Qualitätsbewertung können die für Kaltschaummatratzen verwendeten Kriterien Raumgewicht, Stauchhärte und Eindrückhärte sowie der Druckverformungsrest herangezogen werden. Daneben hat der Matratzenbezug hohen Einfluss auf die Gesamtqualität einer Latexmatratze.


synthetisches Latex oder Naturlatex

Bei Latex handelt es sich um ein aus Kautschuk geschäumtes Material. Als Rohmaterial kann daher sowohl synthetischer Kautschuk auf Rohölbasis als auch natürlicher Kautschuk zum Einsatz kommen.
Für synthetisches Latex gilt, ebenso wie für alle sonstigen geschäumten Materialien, dass es für den Verbraucher aufgrund einer Vielzahl möglicher Zusatzstoffe und Mischungen nur schwer möglich ist, die tatsächliche Qualität des Materials zu bestimmen.

Bedeutung des Begriffs “Naturlatexmatratze”

Naturlatex

Wird eine Matratze als “Naturlatexmatratze” gekennzeichnet, bedeutet dies jedoch nicht, dass ausschließlich auf Basis von natürlichem Kautschuk produziertes Latex verwendet wurde.
In vielen Fällen wird bei als “Naturlatexmatratze” gekennzeichneten Matratzen lediglich ein gewisser Anteil von Naturlatex dem ansonsten synthetischen Latex beigemischt. Zu beachten ist demnach nur der Anteil an Naturlatex im Matratzenkern, die Namensbezeichnung hat hingegen keine kennzeichnende Bedeutung.

Auswirkungen auf die Punktelastizität

In der Regel wird Matratzenkernen mit einem hohen Anteil an Naturlatex eine höhere Punktelastizität nachgesagt. Letztendlich ausschlaggebend ist aber die Federwirkung der Gesamtmatratze (nicht nur des Matratzenkerns), sodass auch der Bezug und die Polsterung mit in die Bewertung einfließen sollten. Diese Elemente haben erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Punktelastizität der gesamten Matratzen.

Raumgewicht bei Latexmatratzen

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Raumgewicht bei Latexmatratzen wegen des höheren Eigengewichts meist etwas höher liegt, als bei Kaltschaum. Matratzenkerne aus reinem Naturlatex weisen je nach Schäumung ein Raumgewicht von 70 bis 90 kg/m³ auf.

Höhe des Latexkerns

Ähnlich wie bei Kaltschaummatratzen sollte der Latexkern eine gewisse Mindesthöhe aufweisen, um ausreichend Einfluss auf die Liegeeigenschaften auszuüben. Unserer Auffassung nach sollte die Höhe des Latexkerns bei reinen Latexmatratzen (also kein Schichtlatex) mindestens 15 cm betragen. Der Liegekomfort der Latexmatratze steigt mit zunehmender Dicke des Matratzenkerns.

Produktionsbedingte Löcher im Latexkern / Stiftlatex

Die zwischen den Liegeflächen einer Latexmatratze verlaufenden Löcher entstehen produktionsbedingt und sind per se kein Qualitätsmerkmal.

Bei der Produktion eines Matratzenkerns aus Latex wird Kautschuk in einer Form vulkanisiert. Dies bedeutet, der Kautschuk wird unter Zugabe von Chemikalien (meist Schwefel oder Schwefel beinhaltende Stoffe, wobei auch eine schwefelfreie Verarbeitung möglich wäre) in einem chemisch-technischen Verfahren widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse gemacht. Durch Anpassungen der chemischen Beimischung im Vulkanisationsverfahren lässt sich auch die Härte des Matratzenkerns bestimmen.

Die Löcher im Latex entstehen durch Heizstäbe, die für den Prozess der Vulkanisation erforderlich sind. Aus diesem Grund wird häufig die Bezeichnung Stiftlatex verwendet.